HERZLICHE EINLADUNG:

In seiner 16. Veranstaltungsreihe diskutierte der AKS Dresden mit Praktiker*innen, Hochschulvertreter*innen und Interessierten die Themen Flucht, Migration und Asyl sowie Spannungsfelder Sozialer Arbeit. Im Nachgang entstand das vorliegende Denkpapier. Es dokumentiert begonnene Diskussionen und führt sie zum Teil weiter.

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"Gesellschaftliche Wirklichkeiten, Wahrnehmen – Analysieren – (Be-)Handeln? Schnittstellen zwischen Sozialer Arbeit  und Kritischer Psychologie"

Soziale Arbeit und Psychologie sind Menschenwissenschaften und/oder Gesellschaftswissenschaften. Für beide Disziplinen und Professionen sind demnach die Menschen in ihren konkreten Lebenszusammenhängen die Bezugspunkte und Grundlagen.

Mit einem kritischen Blick betrachtet kann festgestellt werden, dass Soziale Arbeit und Psychologie sich in den letzten Jahrzehnten sich stärker den Menschen zugewandt, gleichzeitig die gesellschaftlichen Wirklichkeiten (Verhältnisse) und ihre Wirkungen auf die Lebensgeschichten aus dem Blick verloren haben. Lebensverhältnisse bestimmen aber weitgehend die Lebensgeschichten von Menschen wie die Entstehung von Verhaltensweisen, Lebenskrisen und individuellen wie familiären Krisen. Soziale Arbeit wie Psychologie haben in ihren Handlungsfeldern die Funktion, gesellschaftlich, personenbezogen und systembezogen zwischen Individuum und Gesellschaft zu vermitteln, soziale Balancen herzustellen und individuelle Lebensentwürfe positiv zu fördern.

Wie Soziale Arbeit und Psychologie aus einer kritischen Perspektive gesellschaftliche Wirklichkeiten wahrnehmen, analysieren, bewerten und daraus Theorien und Handlungsansätze entwickeln, wird in dieser Veranstaltung Gegenstand sein.

5. Dezember 2016, 19 – 21 Uhr

Lebenswirklichkeiten - Lebensläufe - gesellschaftliche Unterstützungsbedarfe: Analyse und Bewertung von sozialen Realitäten für eine kritische Praxis des Sozialen und der Sozialen Arbeit

Tom David Uhlig (AK Kritische Psych., Frankfurt/ Main)
Prof. Dr. Timm Kunstreich, EFH Hamburg
Moderation: Christiane Löffler

Dass gesellschaftliche Verhältnisse Lebenswirklichkeit sind und Biografien entscheidend bestimmen, kann als gesicherte Wahrheit dienen. Welche Lebenswirklichkeiten jedoch die zentralen Grundannahmen für Soziale Arbeit und Psychologie sind, entscheidet darüber, die Zuschreibung von Ursachen und die Interpretation von Lebensverhältnissen. Daraus wiederum ergeben sich weitgehende Konsequenzen für die Entwicklung von Unterstützungssystemen.

Was kann wie gesichert über gesellschaftliche Verhältnisse und deren Wirkung auf menschliches Leben gesagt werden? Wie nehmen Soziale Arbeit und Psychologie bei ihren Analysen und Bewertungen gesellschaftliche Ursachen von (auch destruktiven) Lebensweisen in den Blick und nicht nur (ausschließlich/überwiegend) individualisierende, störungsorientierte Erklärungsansätze. Wird abweichendes Verhalten als ein rein persönliches Verhaltensmuster definiert oder als eine Reaktion auf Lebensverhältnisse?

In dieser Veranstaltung sollen die Folgen von Analysen und Bewertungen für das Handeln von Sozialarbeiter*innen und Psycholog*innen thematisiert werden.

 

24. Januar 2017, 19 - 21 Uhr

Kritische Theorie als Praxis in Psychologie und Sozialer Arbeit

Dipl. Psych. Marcus Beyer (Göttingen, angefragt)
Prof. Dr. Uwe Hirschfeld (ehs Dresden)
Moderation: Adrian Groschwitz

Wo (und wie) können sich an den Lebenslagen und den Anforderungen der Menschen orientierte Soziale Arbeit und Psychologie in einer Gesellschaft positionieren, die dem entgegensteht? Wie sehen Beispiele aus, die dem Anspruch Praxis auf Basis einer kritischen Theorie zu sein gerecht werden und welche Kenntnisse und Bedingungen sind dafür förderlich?

Lässt sich aus einer kritischen Theorie als Praxis, die sich auf der kritischen Hinterfragung ihrer Ermöglichungsbedingungen und der Entnaturalisierung von gesellschaftlichen und kulturellen Selbstverständlichkeiten gründet, ein erhöhter Begründungsanspruch professionellen Handelns ableiten? Oder stellt sie vielmehr einen solchen Begründungsanspruch an sich zur Diskussion?

Die Frage nach der Wechselwirkung von „Theorie“ und „Praxis“ (sowie deren dualisierende Gegenüberstellung) ist ein wohl ausgetretener Pfad durch die Wissenschaftsdiskurse im deutschsprachigen Raum und gerade in der Sozialen Arbeit als Handlungswissenschaft beständiges Thema in Diskussionen über Profession und Disziplin. In der dritten Veranstaltung der Reihe soll die Perspektive kritischen Denkens und Handelns in Sozialer Arbeit und Psychologie nach ihrem Beitrag zu diesem Zusammenhang befragt und diskutiert werden.

 

Dienstag, 14. März 2017, 19-21 Uhr, (Nachholtermin für 11/2016)

Erkenntnisgrundlagen und theoretische Zugänge zu gesellschaftlichen Wirklichkeiten von Kritischer Sozialer Arbeit und kritischer Psychologie

Dipl.-Psych. Christian Küpper (Berlin)
Prof. Dr. Susanne Maurer (Uni Marburg)
Moderation: Andreas Borchert 

Scheinbar Selbstverständliches ist keineswegs selbstverständlich. Welche gesellschaftlichen Wirklichkeiten werden wie in Sozialer Arbeit und Psychologie als bedeutsam für die Theoriebildung und Entwicklung von Handlungsansätzen angesehen.

Was sind die Grundlagen gesellschaftskritischer Sichtweisen im Hinblick auf die Analyse und Interpretation von Lebenslagen und Krisen von Individuen, Familien und gesellschaftlichen Gruppen? Wie wirken sich dauerhafte Armutserfahrung von Kindern (und Erwachsenen) auf die Entwicklung ihrer Lebenspotenziale aus? Geht es bei den aktuellen Diskursen und Handlungsstrategien noch um die Balance von Gesellschaft und Mensch(en) oder besteht nicht eine erkennbare Dominanz der individualisierenden Ursachenzuschreibungen und Handlungsansätze?

Diese Fragen werden in der Veranstaltung bearbeitet und dabei sollen Antworten aus der Sicht Kritischer Sozialer Arbeit und Kritischer Psychologie gefunden werden.

 

Veranstaltungsort für alle Veranstaltungen:

Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden

Dürerstraße 25

01307 Dresden

Die Veranstaltungsreihe ist grundsätzlich kostenfrei. Der Arbeitskreis freut sich über Spenden, um weitere Veranstaltungen mit ausgewählten Referent*innen finanzieren zu können.