HERZLICHE EINLADUNG:

In seiner 16. Veranstaltungsreihe diskutierte der AKS Dresden mit Praktiker*innen, Hochschulvertreter*innen und Interessierten die Themen Flucht, Migration und Asyl sowie Spannungsfelder Sozialer Arbeit. Im Nachgang entstand das vorliegende Denkpapier. Es dokumentiert begonnene Diskussionen und führt sie zum Teil weiter.

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Veranstaltungen März bis Juni 2008

Kritische Soziale Arbeit

25.3.  Warum kritische Soziale Arbeit? Was will der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit?; Frank Bettinger, Professor für Sozialarbeit/ Sozialpädagogik, Darmstadt

Aus dem Selbstverständnis des AKS: "Die Notwendigkeit ... stellte sich aufgrund ... des "Zustands" der Sozialen Arbeit in Theorie und Praxis sowie der Unzufriedenheit von Praktikern und Praktikerinnen, Studentinnen und Studenten mit Entwicklungstendenzen Sozialer Arbeit; ferner der verstreuten Aktivitäten einer Vielzahl von    KollegInnen ... , die u. E. ein gemeinsames Forum für die (Weiter-)Entwicklung einer kritischen Theorie und Praxis Sozialer Arbeit finden sollten; nicht nur, um die individuellen Anstrengungen um eine kritische Theorie und Praxis Sozialer Arbeit in einem gemeinsamen Projekt zu bündeln, sondern auch, um eine kritische Praxis und Gegenöffentlichkeit zum mainstream der Sozialen Arbeit/Sozialpolitik und zum hegemonialen neoliberalen Diskurs weiter zu stärken."

15.04. 19 Uhr ehs Dresden (Wiener Straße 58)
Macht, Hegemonie und soziale Kontrolle
Steven Dotzauer, Dipl. Päd., Dresden

Hegemonie, ein Begriff, welchen Antonio Gramci etablierte, bezeichnet die Vorherrschaft einer Ideologie. Der Neoliberalismus dominiert das Denken, alle Lebensbereiche werden ökomisiert. In die Praxis Sozialer Arbeit zieht diese Entwicklung unter den Oberbegriffen Budgetierung, Qualitätssicherung, Sozialmanagment usw. ein. Findet mensch bei Gramsci Konzepte um dagegen anzugehen?

Die Soziale Arbeit ist mit dem doppelten Mandat ausgestattet. Zwischen AdressatInnenwohl und staatlichem Auftrag eingeklemmt, verkommt Soziale Arbeit nur zu häufig zur Kontrollinstanz. Dort wo Jugendliche fürs Arbeitsleben zugerichtet, abweichendes Verhalten ausschließlich sanktioniert werden soll, wird deutlich, dass die SozialarbeiterInnen ebenfalls nur eine Rädchen im Gefüge der Macht darstellen. Analysiert und theoretisch beschrieben hat dieses Michael Foucault.  Wie aktuell bewerten wir diese Theorien und wie können sie auf die Gegenwart und spezifische Situation von SozialarbeiterInnen bezogen werden?

06.05. 19 Uhr ehs Dresden (Wiener Straße 58)
Kritische Theorie in den Sozialwissenschaften
Timm Kunstreich ,Professor für Sozialwissenschaft,
Hamburg

Eine Möglichkeit die Erkenntnisgrundlage der Sozialwissenschaften in Frage zu stellen ist die Kritische Theorie, welche mit ihrer dialektischen Wissenschaftsauffassung im Gegensatz zum dominierenden kritischen Rationalismus ihren Ausgangspunkt bei der gesellschaftlichen Totalität beginnt. Wenn einige Annahmen der Kritischen Theorie mitgetragen werden, müssen grosse Teile der Soziologie, Psychologie und daran angrenzend - die Soziale Arbeit neu gedacht werden.

 

27.05. 19 Uhr ehs Dresden (Wiener Straße 58)
Progressive Soziale Arbeit
Ullrich Gintzel, Professor für Soziale Arbeit, Dresden

Soziale Arbeit steht immer vor der Herausforderung, die Balance zwischen der Ausübung von Kontroll- und Selektionsfunktionen einerseits und einer den BürgerInnen verpflichteten, gerechtigkeitsorientierten Hilfefunktion andererseits herzustellen. Kritische, progressive Soziale Arbeit wird sich dabei aus den demokratischen, aus dem Solidargedanken abgeleiteten Position annähern. Wie schwer dies gegenwärtig ist, zeigt nicht nur die Situation der SozialarbeiterInnen im Skandal um die Erziehungshilfe in Halle/Saale, sondern bestimmt die alltägliche Berufsausübung eines großen Teils der MitarbeiterInnen sowohl bei öffentlichen wie bei freien Trägern der Sozialen Arbeit. Wie also kann eine Soziale Arbeit aussehen, die sich der "Humanisierungsprofession" verpflichtet weiß? Welche Haltungen und welches Wissen brauchen SozialarbeiterInnen, die sich einem pro-gressiven, adressatinnenorientierten, paritizipativen Sozialen Arbeit verpflichtet wissen. Welche Konstruktionen bzw. Arbeitsansätze resultieren daraus? Diesen Fragen soll in dieser Veranstaltung nachgegangen werden.

 

17.06. 19 Uhr ehs Dresden (Wiener Straße 58)
Vorstellung und Perspektiven Kritischer
Sozialer Arbeit in Dresden

Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Dresden

Der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Dresden (AKSDD) möchte sie einladen die Dresdner Soziallandschaft einschneidend zu verändern. Diese Veranstaltung soll dazu dienen Problemlagen insbesondere mit lokalem Bezug zusammen zu tragen und einen Arbeitsplan für das nächste Jahr AKS Dresden aufzustellen. Gern sollen Themen eingebracht, ein eigenes Verständnis von kritischer Sozialer Arbeit formuliert und eigene Perspektiven entwickelt werden.