HERZLICHE EINLADUNG:

In seiner 16. Veranstaltungsreihe diskutierte der AKS Dresden mit Praktiker*innen, Hochschulvertreter*innen und Interessierten die Themen Flucht, Migration und Asyl sowie Spannungsfelder Sozialer Arbeit. Im Nachgang entstand das vorliegende Denkpapier. Es dokumentiert begonnene Diskussionen und führt sie zum Teil weiter.

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Ein auditiver Rückblick auf die 14. Veranstaltungsreihe

Zu den Audiomitschnitten der 14. Veranstaltungsreihe

 

Geplante AKS-Veranstaltung mit Tilman Lutz am 11.02. musste leider ausfallen!

Prof. Dr. Tilman Lutz freut sich auf einen anderen Termin innerhalb einer der nächsten Veranstaltungsreihen beim AKS-Dresden!

Solidarische Grüße von ihm aus Hamburg!

 

14. Veranstaltungsreihe des Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Dresden 2014/2015

Der AKS Dresden lädt Sie/Dich auch im Wintersemester 2014/2015 zur aktuellen Veranstaltungsreihe ein:

"Soziale Arbeit in der postdemokratischen (?) Gesellschaft"

Permanente Aufgabe von Profession und Disziplin Sozialer Arbeit ist es, die Frage nach den Ursachen und Folgen der gesellschaftlichen Veränderungen zu stellen. Aus den gesellschaftlichen Wandlungsprozessen ergeben sich notwendiger Weise veränderte Anforderungen an die Soziale Arbeit. Die Veränderungsprozesse bringen neue Rahmenbedingungen, Ressourcenentscheidungen, Rechtsgrundlagen, Deutungsmuster und Handlungsstrategien für die Soziale Arbeit mit sich. Es ist eine Grundanforderung, dass Soziale Arbeit kritisch ihre Rolle in der Gesellschaft reflektiert und daraus Diskurse entstehen, die in Übereinstimmung und in kritischer Distanz die Kompetenz der Profession stärken und die Qualität der Theoriefundierung verbessern. Die Veranstaltungsreihe des AKS Dresden im Winterhalbjahr 2014/15 will sich daher mit drei zentralen Aspekten der Analyse gesellschaftlicher Realität und der Selbstvergewisserung von Sozialer Arbeit beschäftigen.

04. Dezember 2014, 19-21 Uhr: Soziale Arbeit und die Geschlechterfrage, Prof. Dr. Gudrun Ehlert (Hochschule Mittweida), Moderation: Matthias Müller

Hierarchische Geschlechterverhältnisse und Differenzkonstruktionen von Weiblichkeit und Männlichkeit bestimmen die Soziale Arbeit seit ihrer Entstehung als Beruf und sie sind auch gegenwärtig – offen oder verdeckt – von Bedeutung für den Status und die fehlende Anerkennung der Profession. Soziale Arbeit wird mehrheitlich von Frauen geleistet, sie ist horizontal und vertikal geschlechtlich segregiert und eng verbunden mit Formen der Arbeitsteilung nach Geschlecht. Daraus lassen sich eine Reihe von Fragen ableiten, u.a.: Welche Verknüpfungen von Geschlecht und den damit verbundenen Zuweisungen von Macht, Einkommen und Kompetenz bestimmen die Praxis Sozialer Arbeit? Welche geschlechtsbezogenen Codierungen werden mit welchen Tätigkeiten in Verbindung gebracht? Lässt sich ein Zusammenhang herstellen zwischen der Feminisierung der Sozialen Arbeit und der Ökonomisierung/ Manageralisierung dieses Arbeitsfeldes?Diesen und weiteren Fragen zur Geschlechterfrage in der Sozialen Arbeit soll in dieser Veranstaltung ein Rahmen geboten werden.

10. Dezember 2014, 19-21 Uhr: Nietzsche vs. Nussbaum & Co. Kritische Sozialpädagogik als Wissenschaft vom 'richtigen Leben' statt vom 'guten Leben im Gespräch mit Prof. Dr. phil. habil. Christian Niemeyer (TU Dresden)

In den letzten Jahren erfreute sich der Capabilities Approach in der Weiterentwicklung von Martha Nussbaum einer starken Rezeption in der Sozialen Arbeit. Mit seinen normativen Vorstellungen vom 'guten Leben' knüpft er an historische Diskurse der Sozialen Arbeit an. Befürworter*innen verbinden mit ihm die Hoffnung, einen gerechtigkeitsorientierten Bezugspunkt für die Profession in der Gegenwart gefunden zu haben. Diese Auffassung ist nicht frei von Kritik. Prof. Dr. Christian Niemeyer von der TU Dresden hält die Hoffnungen, die mit dem Capabilities Approach verbunden werden im Blick auf eine Neufundierung kritischen Denkens, für weitgehend unbegründet. Er vertritt den Standpunkt, eine kritische Sozialpädagogik sollte sich besser ausgehend von Nietzsche via Adorno und Bloch als Lehre vom 'richtigen' resp. 'besseren' Leben neu aufstellen. Gemeinsam mit ihm wollen wir die Frage nach dem richtigen oder guten Leben zum erreichen von Gerechtigkeit diskutieren. 

20. Januar 2015, 19 -21 Uhr: Funktionsbestimmungen Sozialer Arbeit, Prof. Dr. Friedhelm Peters (Erfurt), Moderation: Björn Redmann

Der Referent wird gebeten, eine kritische Funktionsbeschreibung vorzulegen und daran die Frage zu beantworten, ob die Soziale Arbeit widerstandslos oder unreflektiert die hegemonialen Aufgaben in der gewünschten Weise erfüllt (z. B. Grundsicherung – Fordern und Fördern, Pathologisierung von abweichend sich verhaltenen Menschen, Individualisierung von Ursachenzuschreibungen sozialer und individueller Krisen, Verknappung der Ressourcen für Soziales).

 

Ausfall! 11. Februar 2015, 19-21 Uhr: Punitive Soziale Arbeit?! –
Ambivalenzen von Sozialarbeiter_innen und ihre „Auswege“

, Prof. Dr. Tilman Lutz (Ev. Hochschule Hamburg), Moderation: Stephanie Huhn 

Stellt sich Soziale Arbeit aktuell einer Zerreißprobe zwischen wohlfahrtsstaatlichen und kontrollbesetzten Arrangements? Ist innerhalb der Gesellschaft zunehmend eine repressive - auf Begrenzung, Disziplinierung und Bestrafung gegenüber normwidrigen Verhaltens ausgerichtete - Linie und damit womöglich eine Umdeutung Sozialer Arbeit festzustellen?

Exemplarisch hierzu lassen sich die Auseinandersetzung um die Rechtfertigung von Zwang in der Öffentlichen Erziehung ebenso wie die Instrumentalisierung der Sozialen Arbeit zur Befriedung sozialer Konflikte anführen – z.B. in der Arbeit mit langzeitarbeitslosen oder wohnungslosen Menschen. Stimmen die vorliegenden Befunde, dass immer mehr Sozialarbeiter_innen ihre Aufgaben auf der Grundlage punitiver Grundhaltungen und individualisierender Erklärungsmuster wahrnehmen, dann wird dies nachhaltige Wirkungen für die Ausrichtung der Profession haben. Aufgabe einer kritischen Sozialen Arbeit ist dann, sich mit diesem Phänomen auseinander zu setzen und Gegenstrategien zu entwickeln.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Tilman Lutz möchten wir in dieser Veranstaltung einen differenzierten Blick auf Legitimationsmuster, Einstellungen und Handlungsweisen Sozialarbeitender in Zeiten eines sich verändernden Berufsalltags werfen. Strategien zur Aufrechterhaltung des kritischen Selbstkonzeptes Sozialarbeitender brauchen Raum und Mitdenker. Dazu laden wir ein!

Aktueller Flyer:

Flyer2015.pdf