HERZLICHE EINLADUNG:

In seiner 16. Veranstaltungsreihe diskutierte der AKS Dresden mit Praktiker*innen, Hochschulvertreter*innen und Interessierten die Themen Flucht, Migration und Asyl sowie Spannungsfelder Sozialer Arbeit. Im Nachgang entstand das vorliegende Denkpapier. Es dokumentiert begonnene Diskussionen und führt sie zum Teil weiter.

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Veranstaltungsreihe des „Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Dresden“ April bis Juni 2011

Soziale Arbeit steht in der Zweiten Moderne massiv unter Druck. Fiskalische Streichungen im sozialen Sektor, gepaart mit neuen - alten ordnungspolitischen Erwartungen und einem nach wie vor bestehenden Legitimationsdruck sind nur ein paar der herausfordernden Eckpfeiler im Feld der aktuellen Auseinandersetzungen. Gleichzeitig fordern und kämpfen wir beharrlich für bedingungslose, faire und bedarfsgerechte Unterstützungen für Menschen in der BRD. Wie kann uns dieser Spagat gelingen? Was brauchen wir dafür und vor allem von wem? Wie kann Soziale Arbeit streiten; und zwar für sich und andere? Wie können wir das, was wir als fachlich vertretbar halten, einfordern und auf Gegenteiliges öffentlich aufmerksam machen? Wir müssen und wollen den Widerstand im Sinne einer fachlich dringend notwendigen Konfrontation leisten. Wir treten ein für die Rechte von AdressatInnen und für unsere.

Ebenso müssen wir uns der Frage stellen, wie wir wieder Stand, im Sinne einer gesellschaftlich und politisch anerkannten Position, im Sinne von Halt und Selbstvertrauen gewinnen, um uns in professioneller Verantwortung behaupten und gestaltend wirkend zu können.

Wir wollen einstehen für eine selbstbestimmte Soziale Arbeit der Behauptung, die solidarisch agiert und aktiv wird. Eine Soziale Arbeit, die sich traut Veränderung zu denken und Möglichkeitsräume auszuloten.

In den kostenfreien Veranstaltungen werden Strategien und konkrete Ebenen gezeigt sowie der Raum für aktive Selbsterfahrung geöffnet, um STAND zu gewinnen, WIEDERSTAND zu leisten und für RECHTE einzustehen. Wir freuen uns auf interessante ReferentInnen, abwechslungsreiche, spannende und konstruktive Diskussionen und auf alle kritischen und interessierten Menschen, die Lust haben sich gemeinsam auf den Weg zu machen und sich anspornen zu lassen.

 

Veranstaltungen im Überblick:

Rechte erstreiten - Betroffene stärken

26.04.2011, BEREITS 18.00 Uhr, Wiener Str. 58

 

Rückgrat der Sozialen Arbeit!?

03.05.2011, 19 Uhr, Wiener Str. 58

 

Eine sozialpädagogische Geschichte von Widerstand und Streik

14.06.2011, 19 Uhr, Semperstraße 2 a (ACHTUNG: anderer Ort)

 

Strategien für den zivilen Ungehorsam

25.06.2011 (13 – 18 Uhr), Wiener Str. 58

Flyer zum Download (Kopie 1)

AKS_DD_Sommer_2011.pdf

26.04.2011: „Rechte erstreiten - Betroffene stärken“

26.04.2011, BEREITS 18.00 Uhr, Wiener Str. 58

Referentin: Ulli Schiller (Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V.)

Moderation: Matthias Müller

Der BRJ e.V. wurde im Juni 2002 ins Leben gerufen und setzt sich seit seiner Gründung für eine offensive, bedarfsgerechte und insbesondere gesetzmäßige Jugendhilfe in Berlin ein. Er wendet sich gegen rechtswidriges Verwaltungshandeln in der Jugendhilfe und versteht sich als Lobby für junge Menschen und deren Familien mit begründetem, aber unerfülltem Jugendhilfebedarf.

In der ersten AKS-Veranstaltung im Sommersemester 2011 ist Ulli Schiller zu Gast und wird die Arbeit des Berliner Rechthilfefonds Jugendhilfe e.V. vorstellen. Und vielleicht gelingt es uns in der anschließenden Diskussion auf Grund der Erfahrungen und Anregungen aus Berlin erste Ideen  zu entwickeln, wie ähnliche Ansätze auch in Dresden realisiert werden könnten.

03.05.2011: Rückgrat der Sozialen Arbeit!?

03.05.2011, 19 Uhr, Wiener Str. 58

ReferentInnen:
Beate Hennig (Der PARITÄTISCHE Sachsen e.V., Liga Sachsen)
Friedrich Maus (Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V.)
Prof. Dr. Frank Bettinger (Arbeitskreis kritische Soziale Arbeit, Bremer Institut für Soziale Arbeit und Entwicklung e.V., EFH Darmstadt)

Moderation: Andreas Borchert

In Form von Gewerkschaften, Berufsverbänden, Dachverbänden und der Liga der freien Wohlfahrtsverbände sollte Soziale Arbeit einen Rückhalt erfahren, der Sozialer Arbeit als Profession dazu verhilft, wieder einen festen Stand in der Gesellschaft und Öffentlichkeit zu bekommen, um selbstbewusst und wirksam Position beziehen zu können. Die genannten Organisationen sollten eine politische Auswirkung entfalten und durch Lobbyarbeit dazu beitragen, dass Soziale Arbeit und ihre AdressatInnen wieder Mitsprachrecht in den Bereichen Demokratie und Bildung haben sowie sich gegen die BWLisierung ihrer Angebote stellen können.

Diesbezüglich gibt es jedoch Fragen: Erfüllen diese Organisationen tatsächlich das, was wir erwarten und was sich die betreffenden Organisationen selbst zum Auftrag machen? Fühlen wir uns vertreten? Reicht es aus, wenn hin und wieder Tarifverträge ausgehandelt werden oder sollte es mehr sein? Was macht denn die Arbeit der Organisationen derzeit aus? Was wurde bereits geleistet? Was können PraktikerInnen, DozentInnen und StudentInnen tun, damit mehr geleistet wird?
Die grundlegende Frage der Veranstaltung bleibt: Wie kann Soziale Arbeit wieder Stand gewinnen?

14.06.2011: Eine sozialpädagogische Geschichte von Widerstand und Streik

14.06.2011, 19 Uhr, Semperstraße 2 a (Achtung: anderer Ort)

Referent: Prof. Dr. Dr. h.c. C.W. Müller

Moderation: Björn Redmann

Die Umstände und Zustände, unter denen einerseits bedrängte und marginalisierte Bevölkerungsgruppen leben müssen und andererseits Soziale Arbeit tätig sein muss sind keineswegs geeignet, die Rechte der Betroffenen in Deutschland gelingend umzusetzen. Die eingesetzten Mittel im Sozialen Bereich führen nicht zur Steigerung von Gerechtigkeit und Teilhabechancen. Insbesondere die Soziale Arbeit wird zunehmend durch sozialstaatliche Regelungen in Situationen gedrängt, die sie zu einer Agentur für die Verwaltung von Armut und Exklusion werden lässt. Nun gab es selten in der recht jungen Geschichte Sozialer Arbeit Zeitfenster, in denen sie war, was sie sein soll: Eine Profession für die gesellschaftlich Bedrängten mit einer Strategie von Einmischung und Ermächtigung und weiterhin: Ein Korrektiv für gesellschaftliche Entwicklungen mit einem parteilichen Blick für die Opfer kapitalistischer Verwertungsprozesse. Daher fragen wir: Wozu wäre Soziale Arbeit gesellschaftlich im Stande, würde ihr eine machtvolle Rolle zugewiesen werden? Gibt es Beispiele einer politisch wirksamen Sozialen Arbeit in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland? Wie stand es in solchen Phasen um die Anschlussfähigkeit Sozialer Arbeit an zivilgesellschaftliche widerständige Bewegungen? Welche Rolle und welche Möglichkeiten böten oder boten Streiks in der Sozialen Arbeit? Was ist zu erwarten angesichts der neosozialen Entwicklungen in der Bundesrepublik im Angesicht von steigender Armut und weitergehender Exklusion gesellschaftlich abgedrängter Gruppen?

Diese Fragen wollen wir mit den langjährigen lehrenden Sozialarbeiter Prof. Dr. Dr. h.c. C.W. Müller besprechen, der über eine Phase von über 45 Jahren auf die Soziale Arbeit zurückblicken kann.

25.06.2011: Strategien für den zivilen Ungehorsam

25.06.2011, 13 – 18 Uhr, Wiener Str. 58

ReferentInnen: TrainerInnen von „skills-for-action“

Moderation: Nicole Schumann

In den Aktionstrainings werden grundlegendes Wissen und Fertigkeiten erarbeitet, die für unterschiedlichste Aktionen gebraucht werden können (Großdemos, Blockaden, Kleingruppenaktionen, etc.).

Grundlegende Inhalte des Trainings sind:
Überlegungen zu sozialem und zivilem Ungehorsam, Motivationen und Ziele, Umgang mit Befürchtungen und Ängsten, Bezugsgruppen als soziale Basis von Aktionen, Entscheidungsfindung in Bezugsgruppen und zwischen Bezugsgruppen, Blockadetechniken, einführende Rechtshilfe und Umgang mit Repression, Umgang mit Medien, 1x1 für Demonstrationen, Aktionsplanung

In den Trainings geht es darum, dass sich die TeilnehmerInnen in einem geschützten Rahmen auf eine Aktion, die sie selbst durchführen wollen, vorbereiten können und über ihre Erfahrungen und Vorstellungen austauschen können.

Flyer zum Download

AKS_DD_Sommer_2011.pdf